Wuchshöhe
20- 50 cm. Benannt ist diese
Ständelwurz nach einer Region in Ungarn. Der dünne, steife Stängel
ist im unteren Teil nur spärlich, im Blütenbereich dicht und flaumig
behaart. Die 4-6 kleinen Laubblätter umschließen den Stängel
manschettenförmig, sind eiförmig lanzettlich und mehr oder weniger schräg
aufwärts gerichtet. Die lanzettlichen Tragblätter sind etwas kürzer
bzw. gleich lang wie die Blüten inkl. Fruchtknoten. Der eher einseitwendige
Blütenstand ist relativ locker mit sehr kleinen (etwa so groß wie bei
E. microphylla), kaum geöffneten und mehr oder weniger nach unten
nickenden Blüten besetzt. Das aussen grüne, tief, topfförmige
Hypochil (Nektarschüsselchen) ist innen mit braunem Nektar gefüllt,
was einen recht regen Insektenbesuch z.B. von Ameisen bewirkt. Das Epichil
(Lippenvorderteil) ist breit herzförmig, am Rand grob gezähnt, im Grundton
grünlich gelb gefärbt und besitzt zwei flache, violett gefärbte
Calli und eine zurückgeschlagener Spitze. Recht variabel kann das Merkmal
des Überganges von Hypo- zu Epichil sein. Die Beobachtungen reichen hier
von sehr weit bis sehr eng. Die weit über dem oberen Narbenrand stehende
Klebscheibe ist in den meisten Fällen zwar entwickelt, jedoch im Zustand
der offenen Blüte praktisch funktionslos. Die Pollinienpakete zerfallen bereits
in der Knospe und gelangen auf den oberen Rand der seitlich zipfelig ausgezogenen
Narbe. Die Anthere ist deutlich gestielt. Das Verbreitungsgebiet ist mit
Sicherheit noch nicht zur Gänze erforscht.
Sie besiedelt vornehmlich gestörte Wuchsorte mit genügend Luftfeuchtigkeit,
wie z. B. im Bereich von Gemäuern im Flußuferbereich. Gern steht
sie nur wenig höher als der normale Flußpegel in Bereichen, die bei
etwas Hochwasser überschwemmt, somit vom Laub der umstehenden Auwald bzw.
-gebüsche befreit und mit Sedimenten neu bereichert werden. Ganz so konkurrenzschwach
wie es zunächst scheint ist sie aber doch nicht, denn sie steht auch weiter
oben am Flußdamm, teilweise in unmittelbarer Nachbarschaft zu Brennessel
und Kanadischer Goldrute, was auf eine gewisse Stickstoffverträglichkeit
der grazilen Orchidee hinweist. In ihrer Nähe kommen Ep. helleborine
und Ep. atrorubens vor. Blütezeit ist von Ende Juni bis Mitte/
Ende Juli, ca. zur gleichen Zeit wie Ep. atrorubens und etwas früher
als Ep. helleborine. | |  | | | |