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Anmerkung:
Offensichtlich ist sie von allen Ragwurzarten auf Korsika die anspruchsloseste
und steht oft als einzige Vertreterin ihrer Gattung im Biotop - vor allem im zentraleren
Inselbereich.
Standort:
Lichte Wälder,
Garriguen, Brachland, Gebüschsäume und Straßenränder, vornehmlich
auf Kalk, verträgt aber auch leicht saure Böden. Meist steht sie
vollsonnig bis leicht beschattet, gern in Gesellschaft anderer Orchideenarten.
Blütezeit:
Auf Korsika
von Anfang April bis Mitte Mai oder länger, je nach Höhenlage.
Verbreitung:
in der Hauptsache im westlichen und zentralen Mittelmeerraum von Potugal bis Süditalien
verbreitet. Ostwärts über Kroatien bis Kerkira (Korfu). Nördlich
reicht sie bis an die südlichen Seealpen heran. Auf
Korsika scheint sie zertreut über den gesamten Inselbereich
vorzukommen.
Merkmale:
Habitus: schlanke Pflanze mit 3-8 mittelgroßen Blüten Sepala
stets grün, 10,5-15,5 mm lang, 4-7,5 mm breit; ab und an sind die seitlichen
Sepalen in der unteren Hälfte rotbraun überlaufen. Pflanzen
mit rosafarbenem Perigon wurden 2003 als Variation dianensis PERAZZA
& DORO beschrieben. Petala breit lanzettlich,
gelblich-grün bis rötlich-braun mit teilweise deutlich gewelltem Rand,
kahl, 6,5-9 mm lang und 2,5-5 mm breit. Lippe in der Regel schwarz-braun,
manchmal aber auch mit leichten Rottönen, oval (kaffeebohnenförmig)
geformt mit deutlichen, auf der Innenseite stes kahlen Höckern. Der Lippenrand
und die Außenseiten der Höcker sind lang-zottig behaart. Lippenmal
H-förmig mit seitlichen Ausläufern zu den Innenseiten der Höcker,
blau-violett bis stahlblau gefärbt, in der Sonne auffallend glänzend
und öfters hell umrandet. Anhängsel wenn vorhanden, dann
ist es sehr klein, einteilig-dreieckig, eingebettet in eine flache Kerbe.
Narbenkopf deutlich eingeschnürt mit 2 weisslichen Pseudoaugen; die
Narbe ist mit einem oder mehreren weißen Flecken versehen.
Pollinisateur: Andrena
morio | | | | | | | | |
| | Hybriden:
mit etlichen mit im Biotop vorkommenden Ophrys-Arten wie z. B. Ophrys
bertolonii (Istrien), Ophrys
eleonorae , Ophrys garganica, Ophrys morisii, Ophrys neglecta
und Ophrys praecox. | | | | | | | | |
| | Bei
diesem Exemplar waren wir nicht sicher, ob es sich um eine "reine" Ophrys
incubacea handelt. Allerdings kommen nicht allzu viele Hybridisierungspartner
in Frage, die diese Erscheinung zur Folge gehabt hätten. Wir beließen
es bei einer etwas ungewöhnlichen Ophrys incubacea, die sich durch
ihre merkwürdigen Petala, das flächige Lippenmal, die fehlenden Höcker,
schwächere Randbehaarung und rundliche Lippe auszeichnet. Bemerkenswerterweise
trafen wir ein Jahr später auf der Nachbarinsel Sardinien
bei Ittiri auf ein ähnliches Exemplar mit den oben aufgeführten Eigenheiten. Nachdem
wir dann auf Sardinien Ophrys passionis vorfanden, tendieren wir eher dazu,
die hier vorgestellte Pflanze ebenfalls zu Ophrys passionis zu stellen. |