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Form ist uns bisher nur aus den Kalkflachmooren Oberbayerns bekannt. Habituell
ist sie mit der ungefleckte Form nicht zu unterscheiden und blüht auch zur
gleichen Zeit wie diese. Offenbar wurden diese Pflanzen bisher stets für
Dactylorhza incarnata var. hyphaematodes gehalten, und wird als
diese auch in der aktuellen bayerischen Verbreitungsübersicht in Form einer
Zeichnung abgebildet. (Ber.Arbeitskr. Heim. Orchid. Beih. 7 (2006)) Diese
Identität ist aber sehr zweifelhaft. Die beidseitige Blattfleckung dieser
Form der serotina ist relativ spärlich, teilweise kaum erkennbar.
Bei var. hyphaematodes ist sie viel intensiver und als dicht verteilte
feine Punkte oder Striche, oder klar abgegrenzte Flecken erkennbar und verleihen
ihr das namensgebende, blutrot überlaufene Aussehen. Ein ganz wichtiges
Kriterium ist hierbei auch die Blütezeit. Während die var. hyphaematodes
1 - 2 Wochen vor der Nominatsippe incarnata zu blühen beginnt,
blüht die gefleckte D. incarnata ssp. serotina wie die ungefleckte
1 - 2 Wochen nach (!) ssp. incarnata. In Blütezeiten ausgedrückt:
var. hyphaematodes blüht von Anfang Mai bis Anfang Juni, die
beidseits gefleckt serotina
von Anfang
Juni bis Ende Juni. Interessant in diesem Zusammenhang sind alte Angaben der
Dactylorhiza cruenta von Norddeutschland und Oberbayern. Im großen
Buch über die deutschen Orchideen (Die Orchideentaxa. ARBEITSKREISE HEIMISCHE
ORCHIDEEN (Hrsg. ed.): Die Orchideen Deutschlands: 355-356; Uhlstädt Kirchhasel.)
werden die norddeutschen Exemplare aufgrund eines alten Herbarbeleges zur ssp.
serotina gestellt. Warum aber sollten die damaligen Botaniker eine ungefleckte
ssp. serotina für eine D. cruenta gehalten haben? Der Verdacht
liegt nahe, dass es sich hierbei um eben diese leicht beidseitig gefleckte ssp.
serotina handelte. | | | | | | | |