| Verbreitung:
Ähnlich
wie bei Cephalanthera damasonium ist sie in fast ganz Europa verbreitet,
wobei sich das Gebiet von C. longifolia noch wesentlich weiter ausdehnt. Südlich
von Nordafrika und der Levante bis beinah gesamt Großbritannien, wo sie
zwar selten, aber bis in den Norden der britischen Inseln anzutreffen ist. Die
Grenze im Norden erreicht sie in Süd- Skandinavien. Vom Westen reichen
die Vorkommen vom marokkanischen Atlas- Gebirge bis zum Südosten des Kaspischen
Meeres. Nach einer Verbreitungslücke im iranischen Hochland kommt sie wieder
vom afghanischen Hindukusch- Gebirge über den Himalaja, beinah bis zum Ostchinesischen
Meer vor. Auf Kreta und Zypern fehlt sie. Aus dem Libanon wurden 2005
etwas abweichende Pflanzen aus dem Libanon- Gebirge als ssp. conferta BAUMANN
& BAUMANN
beschrieben. Diese weisen einen etwas gedrängteren Blütenstand und etwas
längere untere Tragblätter auf. In Istrien ist sie deutlich häufiger
als C. damasonium, da es hier mehr ihren Ansprüchen entsprechende
Biotope gibt. So ist sie auch im Süden, vor allem im Südosten der Halbinsel
zu finden (S. HERTEL schriftl.
Mitteilung) Uns
gelang lediglich der Fund knospender Pflanzen bei Kavran Anfang April.
Standort:
auf Kalk und Urgestein, ist jedoch nicht an Kalk gebunden,
sondern gedeiht auch auf neutralem oder schwach (!) saurem Untergrund. Sie ist
deutlich lichtbedürftiger als C. damasonium und kommt weniger oder
gar nicht in stark beschatteten Arealen vor. Bevorzugt werden trockene bis frische,
trockenwarme Kiefernmisch- und Tannenwälder, lichte Buchenwälder, seltener
auch Eichenwälder. In Istrien besiedelt sie gern lockere Eichenwälder
und deren Ränder oder mäßig mit Büschen besetzte Magerwiesen.
Blütezeit:
In Istrien von der zweiten Aprilhälfte bis zur ersten Maihälfte. Merkmale
Habitus: Wuchshöhe 20 - 50 cm, aufgrund
der reichen und langen Beblätterung, sowie meist reinweißen Blüten
ist es eine auffallende Erscheinung. Am relativ kräftigen Stängel
sind 7-10, lineal- lanzettliche, abstehende bis überhängende,
grüne Laubblätter streng zweizeilig (!) verteilt. Die Länge der
Blätter kann bis zu 18 cm und die Breite bis 4 cm betragen, die Spitze ist
lang ausgezogen (!). Blütenstand:
variabel, je nach Lichtangebot, von locker
wenigblütig bis dichter und vielblütig, mit bis zu 30, meist schneeweißen
Blüten. Die unteren Tragblätter können länger als der Fruchtknoten
und laubblattartig sein, nach oben hin folgende sind aber mit ca. 2 - 5 mm Länge
sehr klein und schmal, insgesamt viel kleiner als bei C. damasonium. Blüten
mittelgroß, in der Regel rein weiß, sehr selten creme- farbig oder
lachsrosa (var. rosea PERKO
(2002)) ,
nur
bei warmer, trockener Witterung weiter geöffnet, aufgrund der nach vorn gerichteten
Sepala fast geschlossen wirkend, jedoch im Schnitt offener und eher waagerecht
vom Stängel abstehend (bei C. damasonium schräg bis senkrecht
nach oben gerichtet); Fruchtknoten kahl, schlank und relativ lang. Sepala
bis 18 mm lang und 6 mm breit, lanzettlich, spitz endend, wie bei
C. damasonium die seitlichen nicht oder kaum abstehend, deutlich größer
als die Lippe, meist mit den Petala zusammengeneigt und nach vorn gerichtet Petala
ovaler, kleiner als Sepala und stumpf endend Lippe
kaum die Hälfte der Sepal-
Länge erreichend, etwas aufgerichtet, gegliedert in Hypochil und Epichil. Vorderlippe
(Epichil) mit aufgebogenen Rändern und 4 - 6 gelblich- orangen Längsleisten,
die bis zum abwärtsgebogenen stumpf rundlichen Lippenende reichen, Hypochil
(Hinterlippe) ebenfalls mit aufgestellten Seitenlappen und einem orangefarbenen
Fleck am Grund der etwas sack-förmigen Vertiefung.
Sporn fehlt
(!) Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, meist durch Bienen oder anderen
Hautflüglern. Der Fruchtansatz ist relativ niedrig. Durch vegetative Vermehrung
kommt es nicht selten zur Bildung kleiner Gruppen. | | | | |