Serapias lingua LINNÉ (1753)

Einschwieliger Zungenständel

Wuchshöhe 10-30 cm.
Dieser Zungenständel besitzt 3 oder mehr
Knollen, wobei die diesjährigen sehr lang gestielt sind. Die Vermehrung erfolgt vegetativ, was die meist recht individuenstarken, kolonieartigen Populationen begründet.
Der Stängel kann an der Basis gestrichelt oder leicht gefleckt sein, die hellgrünen Laubblätter sind lineal- lanzettlich geformt.
Der Blütenstand ist locker und mit 2-8 Blüten besetzt.
Der aus den verklebten oder verwachsenen Perigonblättern bestehende, spitz zulaufende Helm steht fast waagrecht von der Blütenstandsachse ab. Er ist außen grauviolett gefärbt und rotviolett geadert. Das gleich gefärbte Tragblatt ist kürzer als der Helm.
Die Lippe ist gegliedert in Hypochil und Epichil. Ersteres besitzt an der Basis eine relativ große glänzende Schwiele, welche weit weniger versteckt und somit viel auffälliger als bei den zweischwieligen Zungenständeln ist. Die Schwiele kann manchmal etwas eingekerbt sein. Die Seitenlappen des Hypochils sind aufgerichtet und bilden mit dem Perigonblätterhelm eine Blütenröhre.
Das Epichil (Zunge) ist schräg abwärts gerichtet, manchmal auch etwas zurückgeschlagen und nur sehr schwach behaart..
Die Farbe ist bei dieser Art sehr variabel. Die Palette reicht von grünlich gelb bis intensiv purpurrot.
Das Verbreitungsgebiet ist vor allem das westliche und mittlere Mittelmeergebiet. Im Norden kommt es bis zum südlichen Alpengebiet, ostwärts bis zur Südägäis, südlich bis Nordafrika und westlich bis Portugal.
Die Böden sind meist basenreich, sie gedeiht aber auch auf kalkfreiem Untergrund.
Typische Biotope sind Garriguen, Magerrasen, feuchtere Wiesen sowie lichte Wälder.
Meist steht sie an orchideenreichen Standorten und kann dort das Bild dominieren.
Die Blütezeit ist von Mitte März bis Mitte Juni.
Ihre Höhengrenze erreicht sie bei etwa 1200 m.

10.05.2002 Pomer
10.05.2002 Pomer
Hybriden:
mit
Serapias vomeracea, S. parviflora, S. istriaca, Anacamptis laxiflora, An. morio, An. papilionacea s.l., An. pyramidalis, und Orchis purpurea bekannt.
10.05.2002 Pomer
10.05.2002 Pomer