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Standort: Die
Wuchsorte sind meist vollsonnig bis nur leicht beschattet auf steinigen, trockenen
basischen Böden. Sie besiedelt Magerrasen, lichte Kiefernwälder,
steinige Böschungen, Phrygana und relativ trockene Olivenhaine. In ihrer
Gesellschaft finden sich meist viele weitere Orchideenarten. Auf Kreta beispielsweise
Orchis italica, Orchis pauciflora, und etliche Ophrys-Arten.
Verbreitung:
Orchis quadripunctata
ist eine Art des östlichen und zentralen Mittelmeerraumes. Ihr Verbreitungsgebiet
erstreckt sich im Westen bis Süditalien, im Norden besitzt sie Vorkommen
im kroatischen Dalmatien, südlich erreicht sie die griechischen Ägäisinseln
mit Kreta und die südlich von Kreta gelegene Insel Gavdos. Nach Osten bilden
die Inseln Lesbos und Samos die Grenze. In der Türkei ist sie nur von einem
Standort an der Südküste des Marmara- Meeres bekannt. Auf Kreta ist
sie beinah auf der gesamten Insel verbreitet, scheint aber östlich des Thripti-Massivs
nicht vorzukommen. An geeigneten Standorten kann sie sehr stattliche und individuenreiche
Populationen bilden. 0 - 1500 m
Anmerkung: Meldungen von
Zypern beziehen sich laut neuerer Literatur auf fertile Hybridsippen zwischen
Orchis anatolica und Orchis quadripunctata. Von einigen Autoren
werden diese als eigene Art geführt, nämlich Orchis xsezikiana,
von anderen wird dies aus Gründen der nomenklatorischen Stabilität abgelehnt. Etwas
unklar erscheint uns dabei jedoch nur, wie es bei Fehlen des Elters O. quadripunctata
zu diesen Hybriden kommen konnte, da Zypern geographisch von den Vorkommensschwerpunkten
wie Kreta verhältnismäßig weit entfernt liegt, Eine Besiedlung
der Hybridsippe durch windübertragenen Samen halten wir aufgrund der großen
Entfernungen für eher unwahrscheinlich, wie auch das alleinige Verschwinden
dieser, im Falle eines Vorkommens meist zahlreich erscheinenden und in geeigneten
Biotopen nachwuchsstarken Art Orchis quadripunctata. In
BUTTLER, K.-P. Orchideen-
Die wildwachsenden Arten und Unterarten Europas, Vorderasiens und Nordafrika
(1986) wird links auf der Seite 133
ein Blütenstand von Limassol abgebildet, der sich unseres Erachtens problemlos
als Orchis quadripunctata bestimmen lässt. Ein gesicherter Nachweis
von Orchis quadripunctata von Zypern würde die Theorie einer Mischsippe
ohne nomenklatorischen "Wert" als plausibler erscheinen lassen.
Blütezeit:
auf Kreta von
(Mitte) Ende März bis Ende April, je nach Höhenlage Merkmale:
Habitus: mit einer Wuchshöhe von 10 - 20 cm, in seltenen Fällen
bis 40 cm, eher kleine Pflanze, Stängel im oberen Bereich inklusive der Fruchtknoten
oft rötlich-violett überlaufen, am Stängelgrund mit 2 - 6 grünen,
oftmals gefleckten schmalen, linealisch bis schmal elliptischen, am Rand glatten
Laubblättern in einer Rosette, nach oben 1 - 3 weitere stängelumhüllende
folgend Blütenstand: zylindrisch, relativ lockerblütig mit
bis über 30 farblich von seltener weiß, zartrosa bis dunkelviolett
variierenden kleinen Blüten besetzt, Tragblätter häutig, in
etwa so lang wie der Fruchtknoten
Sepala: alle drei in beinah einer Ebene weit abgespreizt, eiförmig
mit abgerundeter Spitze, alle drei annähernd gleich groß, etwa 4 -
7 mm lang und bis zu 4 mm breit. Petala: deutlich kleiner, nur 2 - 5
mm lang und helmförmig über die Säule zusammengeneigt Lippe
mit einer Länge bis zu 8
mm und einer Breite bis zu 11 mm relativ klein, tief dreilappig mit kaum oder
gar nicht vorgezogenem Mittellappen, welcher am Ende abgerundet oder leicht geteilt
sein kann, Seitenlappen mindestens so breit wie der Mittellappen, Lippe am
Lippengrund weißlich mit den namensgebenden dunkelroten Punkten, von denen
meist 2 vor dem Sporneingang und weitere zwei, nicht
sofort erkennbar, dahinter, nah
am Sporneingang sitzen Anzahl der Punkte ist wie die Lippenform und -färbung
recht variabel. Sporn: lang fadenförmig, 8 - 14 mm lang und nach
unten gerichtet. | | | | | | |