| | Anmerkung:
Obwohl
diese charakteristische Art erst 2005 beschrieben wurde, ist sie den sardinienreisenden
Orchideenfreunden schon seit wesentlich längerer Zeit bekannt. Bisweilen
wurden diese Pflanzen als Ophrys flammeola oder Ophrys numida bezeichnet. Im
Laufe der genaueren Untersuchung des subfusca - (zwischen fusca
und lutea stehend) Komplexes wiesen die Beschreiber für die sardischen
Pflanzen eigene Merkmale auf. Allerdings wurde im gleichen Jahr ein weiteres
Taxon aus dem subfusca- Formenkreis beschrieben: Ophrys subfusca
ssp. liveranii GRASSO & ORRÙ.
Blütenmorphologisch unterscheiden sich beide Sippen kaum voneinander.
Allerdings gibt es Unterschiede im Habitus. Während Ophrys lepida
unter anderem eine Wuchshöhe zwischen 10 - 20 erreicht, werden die Pflanzen
aus dem Nordwesten Sardiniens in der Beschreibung mit 30- 40 cm Wuchshöhe
angegeben und abgebildet. Ob das zu einer sicheren Unterscheidung unter Einbeziehung
eventueller Biotopunterschiede reicht, wird sich zeigen müssen. In diesem
Falle wären sichere und natürliche Bestäubernachweise sehr hilfreich.
Standort:
vollsonnig bis leicht beschattet in lichter Phrygana oder sehr lockeren Steineichen-beständen.
Der kalkhaltige Untergrund ist meist felsig bzw. steinig mit sehr dünner
humoser Auflage. Die von uns besuchten Stellen bei Laconi weisen eine sehr
hohe Orchideenfülle auf. So kamen in unmittelbarer Nachbarschaft etliche
weitere Ophrys- Arten vor, unter anderem auch die seltene Ophrys ortuabis.
Blütezeit:
relativ früh, von Ende März bis Mitte April; etwas nach Ophrys ortuabis
und in etwas zeitgleich mit Ophrys eleonorae. Verbreitung:
Momentan
gilt sie als endemisch für Sardinien, allerdings sind auch Vorkommen auf
Sizilien keineswegs ausgeschlossen. Das Kerngebiet der Vorkommen auf Sardinien
liegt in der Provinz Nuoro, selten und zerstreut kommt sie aber unseres Wissens
auch in den Provinzen Cagliari und Sassari vor. Merkmale:
Habitus: mit 10 - 20 cm, sehr selten bis 25 cm erreichende Wuchshöhe
recht kleine, aber doch stämmige Pflanze; Laubblätter 4 -6, mit einer
Länge von 5-7 cm und einer Breite von 1,5 - 2 cm, lanzettlich, relativ kräftig,
wie der Stängel hellgrün , die unteren am Boden liegend, die beiden
obersten schräg aufwärts gerichtet, bzw. stängelumhüllend.
Das unterste Blatt ist zur Blütezeit meist bereits welk. Bracteen sind
gleich wie der Stängel gefärbt und deutlich länger als der Fruchtknoten
Blüten (2) 4 - 6 (8), klein bis mittelgroß, auffällig
gefärbt Sepala hellgrün 8 - 13 mm lang und 5 - 6 mm breit,
mit der größten Breite in der Mitte, das Mittlere Sepal ist wie üblich
über die Säule geneigt. Petala etwas heller und gelblicher
als die Sepala, 4-eckig aussehend, 5 - 6 mm lang und 1,5 - 2 mm breit Narbenhöhle
schmal in Breite und Höhe, tief, von vorn betrachtet wie ein "V"
ausgebildet, innen meist mit hellbraunen Querstrich oder 2 kleineren braunen Seitenstrichen,
was aber nicht immer vorhanden sein muss.
Lippe schmal bis breit oval, ziemlich groß für subfusca,
12 - 15 mm lang und 11 - 14 mm breit, in der Regel konvex in der Längs-
und Querachse gewölbt, deutlich dreigeteilt, aus der Basis mit einer kurzen
aber deutlichen Furche relativ schmal und schlank entspringend, dann in einem
Winkel von 20 - 30° abgeknickt und sich deutlich verbreiternd. Am dorsalen
Ende ist der Mittellappen nochmals leicht zweigeteilt und nach oben gebogen. Im
Seitenprofil gesehen erinnert die Lippe meist entfernt an einen Schwanenhals,
was aber nicht immer der Fall sein muss. Die Seitenlappen stehen ungefähr
in einem Winkel von 45° vom Mittellappen ab und überlappen ihn somit
nicht,sondern sind durch deutliche Einschnitte von diesem getrennt und teilweise
etwas hinten gebogen. Das braune Lippenzentrum ist kurz, braun und gestreckt
behaart, oft stark konvex gewölbt und auf die Lippenlappen ausstrahlend,
dabei aber weniger scharf abgegrenzt als bei Ophrys corsica, sondern farblich
etwas verlaufend, teilweise mit optisch reizvollen orangefarbenen Übergängen. Der
relativ schmalen, leuchtend gelbe seitliche Lippenrand ist mehr oder weniger nach
oben gerichtet, aber nicht umgebörtelt. Lippenmal ist grau-bläulich,
sehr kurz behaart mit etwas helleren Zonen im dorsalen Bereich, in etwa ein Drittel
oder halb so lang wie die Lippe, die Einschnitte der Seitenlappen jedoch nie erreichend.
Behaarung: zur Basis weisend, kurz und weißlich im Basis- und Malbereich,
länger, aber trotzdem noch kurz und gestreckt im verbleibenden Lippenzentrum
Pollinator:
uns bisher unbekannt | | | | | | | |