Standort:
Die Wuchsorte liegen auf trockenem bis frischem alkalischem Untergrund, auf Brachland,
Straßen- oder Wegrändern, seltener in lichten Wäldern. Oftmals
steht sie unbeschattet auf steinigem Untergrund. An schattigeren, etwas frischeren
Plätzen werden die Pflanzen höher und "mastiger", was sich
auch durch saftig grüne und meist relativ lange, schmal lanzettliche Blätter
bemerknar macht. Blütezeit:
von März bis April, auf Sardinien Anfang bis Ende April Verbreitung:
Sie ist im westlichen Mittelmeerraum weit verbreitet. Das Areal reicht von der
iberischen Halbinsel, Südfrankreich, Mittelitalien, Sizilien bis Nordafrika
mit Vorkommen in Marokko, Algerien, Tunesien bis Lybien. Im ostmediterranen
Bereich wird sie aufgrund der Anpassung an den Bestäuber von der dunkelblütigeren
Unterart orientalis ersetzt. Im Gegensatz zue Nachbarinsel Korsika
ist diese Art auf Sardinien nicht selten und ist im gesamten Inselbereich vertreten,
was eventuell Rückschlüsse über die Verbreitung und Populationsstärke
des Bestäubers Dasyscolia ciliata ssp. ciliataauf den beiden
Inseln zuläßt. Verbreitungsschwerpunkte von Ophrys speculum
bilden auf Sardinien die orchideenreichen Gebiete in den Provinzen Sassari, Nuoro
und Cagliari. Merkmale:
Habitus: Wuchshöhe 10 -25 (30) cm, Blütenstand mit bis zu 8,
relativ großen Blüten besetzt. Gern steht sie in kleineren Grüppchen
zusammen, seltener als Einzelpflanze. Sepala: schmal oval-länglich,
7-10 mm x 3-5 mm, innen in der unteren Hälfte mit bräunlich bis roten
Streifen. Das mittlere Sepalum ist stets über die Säule geneigt mit
zurückgeschlagenen Rändern. Petala zurückgekrümmt,
dunkelbraun bis violett, 4-6 mm lang Lippe dreilappig, schräg
herabhängend, am Rand zottig braun behaart, 12 - 16 mm lang. Die Seitenlappen
sind schräg nach oben gerichtet, innen kahl glänzend und gelblich-braun
gefärbt. Bei subsp. orientalis sind die Innenseiten der Seitenlappen
angeschwärzt. Der Mittellappen ist im unbehaarten Bereich kaum gewölbt,
sondern eher flach ausgebreitet.
Ein Anhängsel ist nicht vorhanden. Lippenmal: großflächig,
bläulich glänzend (Name!), im Randbereich gelblich-braun gesäumt.
Basalfeld ist länglich schmal, seitlich jeweils mit zwei beinah
gleichlangen Leisten eingegrenzt. Bestäuber:
Dasyscolia ciliata ssp. ciliata (H.F. PAULUS,
Ber. Arbeitskrs. Heim. Orchid. 18 (1); 2001;
R.SOUCHE, Les Orchidées sauvages de France; 2004) | | | | | |
Hybriden:
mit etlichen Spezies der Gattung Ophrys, welche im Biotop mit vorkommen,
bekannt. Unter anderem mit: Ophrys
apifera, Op. sphegodes, Op. bertolonii, Op. explanata,
Op. bombyliflora, Op. eleonorae,
O. arachnitiformis, Op. lupercalis,
Op. incubacea, Op. lutea s.l.,
Op. passionis,
Op. praecox,
Op. provincialis,
Op. scolopax und Op. tenthredinifera s.l. | | | | | | | |