Ophrys speculum LINK ssp. speculum (1800)

Spiegel-Ragwurz

Syn.:
Ophrys ciliata ssp. ciliata BIVONA-BERNARDI (1806)
Ophrys vernixia ssp. ciliata (BIVONA-BERNARDI) KERGUÉLEN (1987)
Arachnites speculum
(LINK) TODARO (1842)

Standort: Die Wuchsorte liegen auf trockenem bis frischem alkalischem Untergrund, auf Brachland, Straßen- oder Wegrändern, seltener in lichten Wäldern. Oftmals steht sie unbeschattet auf steinigem Untergrund.
An schattigeren, etwas frischeren Plätzen werden die Pflanzen höher und "mastiger", was sich auch durch saftig grüne und meist relativ lange, schmal lanzettliche Blätter bemerknar macht.

Blütezeit:
von März bis April, auf Sardinien Anfang bis Ende April

Verbreitung:
Sie ist im westlichen Mittelmeerraum weit verbreitet. Das Areal reicht von der iberischen Halbinsel, Südfrankreich, Mittelitalien, Sizilien bis Nordafrika mit Vorkommen in Marokko, Algerien, Tunesien bis Lybien.
Im ostmediterranen Bereich wird sie aufgrund der Anpassung an den Bestäuber von der dunkelblütigeren Unterart orientalis ersetzt.
Im Gegensatz zue Nachbarinsel Korsika ist diese Art auf Sardinien nicht selten und ist im gesamten Inselbereich vertreten, was eventuell Rückschlüsse über die Verbreitung und Populationsstärke des Bestäubers Dasyscolia ciliata ssp. ciliataauf den beiden Inseln zuläßt.
Verbreitungsschwerpunkte von Ophrys speculum bilden auf Sardinien die orchideenreichen Gebiete in den Provinzen Sassari, Nuoro und Cagliari.

Merkmale:
Habitus: Wuchshöhe 10 -25 (30) cm, Blütenstand mit bis zu 8, relativ großen Blüten besetzt. Gern steht sie in kleineren Grüppchen zusammen, seltener als Einzelpflanze.
Sepala: schmal oval-länglich, 7-10 mm x 3-5 mm, innen in der unteren Hälfte mit bräunlich bis roten Streifen. Das mittlere Sepalum ist stets über die Säule geneigt mit zurückgeschlagenen Rändern.
Petala zurückgekrümmt, dunkelbraun bis violett, 4-6 mm lang
Lippe dreilappig, schräg herabhängend, am Rand zottig braun behaart, 12 - 16 mm lang. Die Seitenlappen sind schräg nach oben gerichtet, innen kahl glänzend und gelblich-braun gefärbt. Bei subsp. orientalis sind die Innenseiten der Seitenlappen angeschwärzt.
Der Mittellappen ist im unbehaarten Bereich kaum gewölbt, sondern eher flach ausgebreitet.
Ein Anhängsel ist nicht vorhanden.
Lippenmal: großflächig, bläulich glänzend (Name!), im Randbereich gelblich-braun gesäumt.
Basalfeld ist länglich schmal, seitlich jeweils mit zwei beinah gleichlangen Leisten eingegrenzt.

Bestäuber: Dasyscolia ciliata ssp. ciliata
(H.F. PAULUS, Ber. Arbeitskrs. Heim. Orchid. 18 (1); 2001;
R.SOUCHE, Les Orchidées sauvages de France; 2004
)

07.04.2007 su Gologone
12.04.2007 Dorgali - Habitus einer unbeschattet und trocken stehenden Pflanzengruppe -
107.04.2007 su Gologone S

Hybriden:
mit etlichen Spezies der Gattung Ophrys, welche im Biotop mit vorkommen, bekannt. Unter anderem mit:

Ophrys apifera, Op. sphegodes, Op. bertolonii, Op. explanata, Op. bombyliflora, Op. eleonorae, O. arachnitiformis, Op. lupercalis, Op. incubacea, Op. lutea s.l., Op. passionis, Op. praecox, Op. provincialis, Op. scolopax und Op. tenthredinifera s.l.

12.04.2007 Dorgali - Größenvergleich im Millimeterraster -
08.04.2007 Ittiri
10.04.2007 Domusnovas -im Biotop -
10.04.2007 Domusnovas - Pflanzengruppe an einem zwar exponierten, aber frischen und beschatteten Standort -
05.04.2007 Paulilatino