Verbreitung:
Zentralmediterran.
Das Verbreitungsgebiet beschränkt
sich auf den Ostteil
Sardiniens und den nördlichen Teil Siziliens. Eine
Ausnahme bildet ein kleines Vorkommen an der Südwest-Spitze Kalabriens, welche
geographisch sehr nah an Sizilien liegt (DELFORGE, P. (2003)
Natural. belges 84 (Orchid. 16 (2003): 55-94). In ihren
Lebensräumen bildet sie allerdings keine individuenreichen Populationen und
ist generell eine selten anzutreffende Pflanze. Höhenverbreitung von 200
- 1300 m,
Standort: Obwohl sich ihre Vorkommen auf die Küstenstreifen
im Norden Siziliens bzw. im Osten Sardiniens beschränken, sind küstennahe
Lebensräume selten. Sie besiedelt hauptsächlich recht steinige Untergründe
mit nur dünner Humusauflage und karger Begleitvegetation etwas weiter landeinwärts. Bei
Dorgali wächst sie halbschattig im Straßenrandbereich der lichten Steineichenbestände. In
ihrer Umgebung finden sich meist viele weitere Orchideenarten, da Orchis brancifortii
auf kalkreiche Böden angewiesen ist. Nachhaltig gefährdet sind die
ohnehin recht wenigen Pflanzen auf Sardinien vor allem durch verwilderte Hausschweine,
die ganze Populationen vernichten können, da sie diese bei ihrer Nahrungssuche
inklusive aller Wurzelteile mit ihrem Rüssel aus dem Boden wühlen und
vor allem die Knollen fressen.
Blütezeit:
von (Anfang) Mitte April
bis Mitte (Ende) Mai, je nach Höhenlage
Merkmale: Habitus:
Wuchshöhe 10-25 (-35)
cm, etwas zierlicher und niedrigwüchsiger als Orchis quadripunctata; am
Grund mit 2 - 4 schmal- lanzettlichen, im Gegensatz zur sehr ähnlichen und
nahe verwandten Orchis quadripunctata stets ungefleckt,
nach oben hin folgen 1 - 2 weitere, den Stängel umhüllende Blätter Blütenstand
locker mit 7 - 25 Blüten Blüten weit geöffnet,
sehr klein, die kleinsten in der gesamten Gattung Orchis überhaupt,
farblich variierend von hellrosa bis kräftig rosa, selten auch ganz weiß,
Sepala: mit 3 - 5 mm Länge nicht selten größer
als die Lippe (!), seitliche wie auch das mittlere abstehend und in voll erblühtem
Zustand in einer Ebene stehend, somit an der Helmbildung über dem Säulchen
nicht beteiligt; an den Enden abgerundet, mit unauffälligem und leicht grünlichem
Mittelnerv Petala gleiche Färbung wie Sepala, deutlich kleiner
als diese und nach vorn schützend über das Gynostemium geneigt
Lippe: 3 - 5.5 mm lang, tief dreiteilig, Seitenlappen sehr schmal rechteckig,
glattrandig schräg bis rechtwinklig abgespreizt, an den Enden abgerundet;
Mittellappen in etwa doppelt so lang wie breit, leicht bespitzt endend. Lippenzeichnung
nur in Form von Punkten, davon zwei bis drei vor dem Sporneingang von der Lippenbasis
bis zur Lippenmitte verteilt und zwei weitere Punkte (kaum sichtbar) hinter dem
Sporneingang, ähnlich dem Vierpunkt- Knabenkraut (Orchis quadripunctata).
Sporn sehr dünn zylindrisch, waagerecht bis leicht abwärtsgerichtet,
etwa kürzer als der Fruchtknoten, keinen Nektar führend. Narbenhöhle
breiter als hoch, seitlich des Sporneingangs mit zwei dunkel- violetten Punkten,
Narbe über dem Sporneingang mit ebenfalls dunkel purpurnen Randpartien,
die man auf den ersten Blick ebenfalls für Flecken, ähnlich denen seitlich
des Sporneingangs, halten könnte. | | | | | | | | | | |